Panzersperre Kleinlützel (A 3491 / A 3492)


Die Panzersperre Kleinlützel, bestehend aus den beiden Infanteriewerken Nord und Süd, wurde ab Früh-jahr 1940 errichtet. Beide Infanteriewerke verfügen über Ventilations- und Gasschutzanlagen sowie Not-stromgruppen. Die Werke waren bis zum Jahr 2000 in Betrieb, die Aufhebung der Geheimhaltung erfolg-te 2002. Das Infanteriewerk Süd (A 3492) ist das grössere von beiden und ist wie folgt bewaffnet:

  • 1 Infanterie-Kanone (Ik) 4,7 cm, um 1960 aufgerüstet auf 9-cm-Panzerabwehrkanone (Pak) 50
  • 2 Maschinengewehre Mg 11 Festungs-Mg 7,5 mm auf Schartenlafette, um 1960 aufgerüstet auf Mg 51
  • Mannschaftsbestand: 17 Mann

Der Bau des Infanteriewerks Süd begann am 6. Mai 1940 und wurde am 30. September 1940 abgeschlos-sen. Ausführender Bauunternehmer war Theo Steiner aus Laufen.

Das Infanteriewerk Süd besteht im Wesentlichen aus drei grossen Räumen: einem Kampfraum mit Pak und Mg, einem Beobachterposten sowie dem Aufenthalts- und Schlafraum, welcher auch die Telefon-zentrale und den Kommandoraum umfasst.

Eingang zum Infanteriewerk Süd

 

Das Foto zeigt den Eingang zum Bunker Süd im Sommer 2005 (kurz nach der Übernahme durch den Verein). Die Fläche davor ist heute gepflas-tert und auf ihr steht ein Grosszelt, in dem wir unsere Gäste bewirten und Anlässe durchführen.

Geöffnete Scharten

Treppe zum oberen Kampfraum

 

Diese Treppe führt vom Aufenthalts- und Schlaf-raum direkt zum oberen Kampfraum.

Eingang zum Kommandoraum

 

Die Tür rechts führt zu einem sehr kleinen Raum, in dem der Kommandant und sein Stellvertreter untergebracht waren. Neben Stehpult, Telefon, Schrank und Etagenbett war kaum mehr Platz zum "Bunkerleben". In diesem Raum wurden auch alle Kriegsakten sowie die diversen Schlüssel verwahrt.

Telefonzentrale

 

Dieser winzige Raum war bei Anwesenheit der Truppe 24 Stunden pro Tag besetzt. Über die Zentrale konnten Verbindungen mit Aussen-beobachtern, dem Gegenbunker Kleinlützel Nord, übergeordneten Kommandos und dem zivilen Telefonnetz hergestellt werden.

Gedenkstein beim Bunker Süd

 

Das Denkmal der Aktivdienstzeit 1939-1945 wurde im Jahr 2016 von unserem Aktivmitglied Roland Schmidlin geschaffen und dem Verein gestiftet. Es trägt auch das Gründungsdatum des Vereins.


Das Infanteriewerk Nord (A 3491) ist deutlich kleiner und ist wie folgt bewaffnet:

  • 1 Maschinengewehr Mg 11 Festungs-Mg 7,5 mm auf Schartenlafette, um 1960 aufgerüstet auf Mg 51.
  • Mannschaftsbestand: 9 Mann

Der Bau des Infanteriewerks Nord begann am 10. Juni 1940 und wurde am 31. August 1940 abgeschlos-sen. Ausführender Bauunternehmer war Gottfried Müller aus Laufen.

Das doppelstöckige Gegenwerk wirkte mit seinem Maschinengewehr auf den Talgrund und deckte das Hauptwerk Süd gegen Infanterie-Angriffe.

Panzersperren am Infanteriewerk Nord

Eingang zum Infanteriewerk Nord

 

Gut zu erkennen ist die 2,20 m dicke Bunker-decke, die auch das Wasserreservoir enthält. Die Tarnbemalung wurde entsprechend dem Original von 1940 wiederhergestellt.

Aufenthalts- und Schlafraum

 

Zum Aufenthalts- und Schlafraum gelangt man durch Herabsteigen auf einer Leiter vom Kampf-raum aus. Der Aufenthalts- und Schlafraum kann daher als "Untergeschoss" des Bunkers gesehen werden.

Auch das Infanteriewerk Nord (A 3491) hat "sein" Denkmal, welches ebenfalls von Roland Schmidlin ge-schaffen und dem Verein gestiftet wurde. Der nachfolgende Zeitungsartikel erschien am 31. Mai 2018 im "Wochenblatt" (Laufental/Thierstein).